Spezialbehälter für NCV-3-Teile

Diensleister im Industriepark zog um (von Jutta Abromeit)

LUDWIGSFELDE. Dort, wo im Industriepark Ludwigsfelde ein fast mannshoher Schieber für Rohrleitungen aus DDR-Zeiten auf einem Sockel im Hof steht, dort gehen Harald Scheder und seine Kollegen seit dieser Woche auf dem Weg ins Büro vorbei. Der Proplant-Geschäftsführer ist mit seiner Acht-Mann-Firma in die Rudolf-Diesel-Straße gezogen, denn das bisherige Domizil - Halle 30 an der künftigen Nordwache von Daimler-Chrysler (DC) - wird abgerissen.

Das Unternehmen Proplant hat seinen Hauptsitz mit etwa 100 Angestellten in Wolfsburg; den Ludwigsfelder Ableger gibt es seit 1999. Die Firma plant und realisiert für Automobilhersteller und Systemlieferanten komplette Produktions- und Logistiksysteme oder separate Ingenieur-Leistungen. Dazu gehören etwa Detailplanungen von Schweiß- und Montagevorrichtungen, die Planung von logistischen Prozessen, 3-D-Konstruktionen, das Entwerfen von Steuerungssystemen zur Automatisierung oder so genannte Visualisierungssysteme.

Natürlich werde man jetzt, wo auch VW mit einem Logistikzentrum nach Ludwigsfelde kommt, versuchen, sich bei diesem Autohersteller zu präsentieren, sagt der 43 Jahre alte Maschinenbauingenieur Scheder. Mit Daimler-Chrysler Ludwigsfelde habe er bereits bei der Vario- und bei der Vaneo-Produktion zusammen gearbeitet.

Offenbar zur Zufriedenheit des Unternehmens mit dem Stern. Denn auch Dietmar Bacher, bei Daimler-Chrysler Center-Leiter für Düsseldorf und Ludwigsfelde, schaute zur Eröffnung der neuen Firmenräume vorbei. Er sprach von den langen Geschäftsbeziehungen, die den Autobauer und den Dienstleister verbinden. Nach der Wende habe Proplant vor allem im Bereich Entwicklung und Konstruktion für DC gearbeitet, jetzt gebe es mehr bei Ingenieurdienstleistungen und Projektarbeiten zu tun, so Bacher.

Für den Bau des offenen Sprinter-Nachfolgemodells in Ludwigsfelde ab 2006 "brauchen wir insgesamt etwa 100 Mannjahre zusätzlich, fünf bis sechs davon kaufen wir bei Proplant", erklärt der Manager. Das heißt, bei Proplant haben fünf bis sechs Leute dank der Aufträge des Autobauers für ein Jahr Arbeit, das sind jeweils etwa 1700 Stunden Beschäftigung.
Ganz konkret werden die Proplant-Mitarbeiter zum Beispiel Behälter und Spezialladungsträger entwerfen, in und auf denen die Teile für den NCV3 - so der Arbeitstitel des Sprinter-Nachfolgers - optimal geliefert werden können. Außerdem geht es um Detailaufträge für die Abgasanlage, fürs Bemustern vom Cockpit und von verschiedenen Blechteilen, um Spaltmaße und Übergänge zwischen einzelnen Fahrzeugteilen. Proplant Ludwigsfelde habe des Weiteren auch Geschäftsbeziehungen zu Daimler-Chrysler in Marienfelde, zu BMW Motorrad in Berlin-Spandau, Knorr-Bremse Berlin oder zu BMW in München und Leipzig, wie Harald Scheder erklärt.

Märkische Allgemeine Zeitung vom 01.07.2005 (Zossener Rundschau)